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GAIDI unterstützt gemeinsame Maßnahmen gegen irreguläre Migration

Start time 2026-02-14 23:43
Finished Time 2026-02-14 23:43
Inhalt

Die German-African Initiative for Development and Integration (GAIDI) gUG intensiviert ihr strategisches Engagement gegen irreguläre Migration durch Partnerschaften mit zivilgesellschaftlichen Organisationen (CSOs) in Nigeria, einem der wichtigsten Herkunftsländer irregulärer Migranten nach Europa in Westafrika.

Dieses Engagement wurde von Femi Awoniyi, Direktor von GAIDI, in seiner Grundsatzrede auf der ersten Sitzung 2026 des Netzwerks der Zivilgesellschaft zu Migration und Entwicklung (CSOnetMADE) in Lagos unterstrichen.

Aufgrund seiner mehr als zwei Jahrzehnte langen beruflichen Erfahrung in den Bereichen Migration, Flüchtlingsberatung und politikorientierte Interessenvertretung betonte Awoniyi, dass irreguläre Migration nicht nur eine humanitäre Tragödie, sondern auch eine strukturelle Entwicklungsherausforderung darstellt, die koordinierte Maßnahmen zwischen Akteuren in Afrika und Europa erfordert.

Awoniyi, Journalist und Herausgeber von The African Courier, hob die verheerenden menschlichen Folgen ungeplanter und undokumentierter Migrationsrouten hervor. Seit 2014 sind schätzungsweise 30.000 Menschen bei dem Versuch, das Mittelmeer illegal zu überqueren, ums Leben gekommen oder werden vermisst, während vermutlich Tausende weitere in der Sahara ums Leben gekommen sind. Abgesehen von den Todesfällen sitzen Hunderttausende Afrikaner auf der Durchreise in Nordafrika, dem Nahen Osten und ganz Europa fest, oft in anhaltender Rechtsunsicherheit, mit schwerwiegenden physischen und psychischen Folgen.

In Bezug auf den deutschen Kontext stellte Awoniyi fest, dass in den letzten Jahren über 12.000 Nigerianern nach abgelehnten Asylanträgen Ausweisungsbescheide zugestellt wurden. „Bezieht man diejenigen mit ein, die sich noch im Asylverfahren befinden, steigt die Zahl angesichts der niedrigen Anerkennungsquote für nigerianische Asylbewerber, die bei etwa 6,5 Prozent liegt, erheblich an“, sagte er. „Dies unterstreicht die dringende Notwendigkeit von Präventionsmaßnahmen durch die Verbreitung von Informationen und die Förderung realistischer Alternativen, lange bevor Menschen sich auf gefährliche Reisen begeben.“

Die Arbeit von GAIDI geht über die Integration in Deutschland hinaus. Als in Deutschland ansässige Organisation mit tiefen Wurzeln in afrikanischen Gemeinschaften ist GAIDI während des gesamten Migrationszyklus tätig:

  • Prävention und Sensibilisierung in den Herkunftsländern
  • Informationen zu legalen Migrationswegen
  • Unterstützung für Migranten und Flüchtlinge in Deutschland
  • Politikrelevanter Dialog mit afrikanischen und europäischen Interessengruppen

In Zusammenarbeit mit CSOnetMADE Lagos State entwickelt GAIDI derzeit verbesserte Sensibilisierungskampagnen für sichere Migration, die sachliche Informationen, Erfahrungen aus Europa und lokal verankerte Botschaften kombinieren. Awoniyi betonte, dass engere Partnerschaften zwischen in Afrika ansässigen Organisationen und in Europa ansässigen Organisationen der afrikanischen Diaspora für Glaubwürdigkeit, Wirksamkeit und Nachhaltigkeit unerlässlich sind.

„Diaspora-Organisationen wie GAIDI können die europäischen Migrationsrealitäten in praktische, lokal verständliche Botschaften übersetzen“, sagte er. „Gleichzeitig lernen wir von lokalen Akteuren, wie wir junge Menschen und gefährdete Gemeinschaften am besten erreichen können.“

 

Förderung legaler Wege und lokaler Möglichkeiten

Awoniyi bekräftigte, dass Deutschland legale Wege für Migration bietet, darunter für Bildung, Berufsausbildung und Beschäftigung. Diese Möglichkeiten erfordern jedoch genaue Informationen und Vorbereitung. Er warnte eindringlich vor Menschenhändlern und Schleusern, die die Verzweiflung der Menschen ausnutzen, indem sie sie mit Falschinformationen täuschen.

Er forderte nigerianische zivilgesellschaftliche Organisationen auf, Informationen über legale Migrationswege sowie realistische Lebensgrundlagen innerhalb Nigerias systematisch in ihre Programme zu integrieren. „Ich habe viele Nigerianer getroffen, die ihre sicheren Arbeitsplätze und Familien verlassen haben, um in Europa ein besseres Leben zu suchen, nur um dann festzustellen, dass sie eine schreckliche Entscheidung getroffen hatten“, sagte er. „Auswanderung ist nicht automatisch die bessere Option.“

 

Bekämpfung der Ursachen durch Qualifizierung und Beschäftigung

Awoniyi lobte die nigerianischen zivilgesellschaftlichen Organisationen für ihre Arbeit trotz begrenzter finanzieller Mittel und forderte sie auf, den Erwerb von Fähigkeiten und die Selbstständigkeit in ihren Programmen stärker zu fördern. Er wies auf das Paradox hin, dass Nigeria qualifizierte Handwerker wie Fliesenleger und POP-Hersteller aus Nachbarländern importiert, während es gleichzeitig mit massiver Jugendarbeitslosigkeit zu kämpfen hat.

„Dieser Widerspruch zeigt, dass das Problem nicht in einem Mangel an Möglichkeiten liegt, sondern in einem Mangel an Zugang zu Qualifikationen und strukturierter Unterstützung“, sagte er. „Die Lösung dieses Problems ist ein Schlüsselelement zur Verhinderung irregulärer Migration.“

 

Strategisches Engagement und institutionelle Partnerschaften

Während seines kurzen Besuchs in Lagos führte Awoniyi Strategie- und Arbeitsgespräche mit mehreren Organisationen über eine engere Zusammenarbeit und Partnerschaften bei neuen Projekten.

Durch diese Partnerschaften positioniert sich GAIDI als Brückenorganisation: Sie verbindet Erkenntnisse aus Afrika vor Ort mit Erfahrungen aus Deutschland und leistet einen konkreten Beitrag zur Verhinderung irregulärer Migration, während sie gleichzeitig eine geordnete, legale Migration unterstützt.